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Hülchrath
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Schloss Burgau - ein geschichtlicher Überblick
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Historie
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Die mittelalterliche Niederungsburg "Schloss Hülchrath" mit dem weithin sichtbaren Bergfried geht zurück auf Anfänge im 10. Jahrhundert. Der historische Ortskern der kleinen kurkölnischen "Stadt Hülchrath" beruht auf der Neugründung zum Beginn des 17. Jahrhundert. Die "Stadt Hülchrath" besaß bis ins 19. Jahrhundert Stadtrechte und war Amtsitz des ehemaligen "Amtes Hülchrath". Seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ist die "Schloss-Stadt Hülchrath" ein Stadtteil der Stadt Grevenbroich.
Fühlen Sie sich zurückversetzt ins Mittelalter und genießen sie die einzigartige Atmosphäre. Seihen Sie jedoch auf der Hut, denn ein bekanntes Sprichwort sagt:
"Wer in Hülchrath geht über die Brück, kehrt selten oder nie zurück".
Dieses Sprichwort erinnert daran, dass "Schloss Hülchrath" kurkölnische Gerichtsstätte war.
Schloss Hülchrath im Lauf der Zeit
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850 – 900: Gründung einer befestigten Siedlung in der Erftniederung zum Schutz gegen einfallende Wikinger
1120: erste schriftliche Erwähnung (Holkerode), als „castellum munitissium et vetutissimum“ (sehr stark befestigte Burg)
1175: Grafen von Hülchrath (Grafen des Gillgaus) ausgestorben
1175 – 1247: Hülchrath im Besitz der Grafen von Sayn im Westerwald
1200: während des Kampfes um die Reichsherrschaft zwischen Phillip von Schwaben und Otto von Braunschweig schont Phillip nach der Schlacht von Wassenberg auf Bitten der Freunde des Grafen von Sayn dessen Burg Hülchrath
1247 – 1255: Besitz der Grafen von Sponheim i.d. Eifel
1255: Heirat von Adelheid, Tochter des Grafen von Sponheim, mit Dietrich VI von Kleve
1275: Tod Dietrich VI – Nachfolge durch Sohn Dietrich Luf I.
1285: Heirat von Dietrich Luf I. und Lisa, Witwe des Grafen Heinrich von Kessel aus Grevenbroich.
1314: Verkauf der Grafschaft durch Dietrich Luf II. an den Kölner Erzbischof Heinrich von Virneburg zum Preis von 30.000 Pfund Silber. Durch den Besitz der Grafschaft Hülchrath waren die Kölner Erzbischöfe in der Lage ihren bisher isolierten Besitz durch eine Landbrücke zwischen Köln und Krefeld zu verbinden. Bis zur Auflösung des Kurstaates Ende des 18. Jahrhunderts ließen die Erzbischöfe Hülchrath durch einen Amtmann verwalten. Die Burganlage wurde im Laufe der Jahrhunderte großzügig ausgebaut und bis in die Renaissance den wehrtechnischen Vorraussetzungen der jeweiligen Zeit angepasst.
1499: Vergebliche Belagerung der Anlage durch die Herzöge von Jülich
1583: Konflikt des Erzbischofs Gebhard von Truchseß von Waldburg wegen dessen Übertritt zum protestantischen Glauben und Heirat von Agnes von Mansfeld.Belagerung und teilweise Zerstörung der Burganlage durch die Truppen des mit der Wiedereroberung der abgefallenen Kölner Stützpunkte beauftragen Friederich von Sachsen–Lauenburg.
16. - 18. Jahrh. Während der Zeit der Religionskriege und der Inquisition fanden in Hülchrath zahlreiche „Hexenprozesse“ statt, bei denen verleumdete Personen abgeurteilt und hingerichtet wurden. Aus dieser Zeit stammt der Reim „Wer in Hülchrath geht über die Brück, kommt selten oder nie zurück“.
1583 - 1608 Letzte Ausbauphase: Verlegung des Vorburgzuganges nach Osten mit gleichzeitiger Neugründung des Ortes Hülchrath in schachbrettförmigem Muster.
1583 - 1608 Das Schloss erhielt neben dem Burgfried – genauer: Torturm, da bis
1608 durch ihn der Zugang in das Hochschloss führte - einen gedrungenen Bastionsturm.Im Innenhof wurde im Westen eine Renaissance-Arkade mit mächtigen Vollsäulen doppelstöckig erbaut, seitlich begrenzt von einem schlanken, hohen Turm mit abschließender Rundkuppel und Umgang, der vermutlich zur Sternenbeobachtung diente. Die Front des Pallas erhielt damals einen reichen Schmuck in Renaissance-Formen.
1642: Beschießung des Schlosses während des 30-jährigen Krieges.
1687: Besetzung der Burg während des französisch – niederländischen Krieges durch die Soldaten des Fürstbischofs von Osnabrück.Als Ergebnis des Friedensschlusses musste der Kölner Lehnsherr seine weitreichenden Bastionen und Festungswerke schleifen lassen, somit auch die Burg Hülchrath, wobei die Bürger von Neuss, Hülchrath, Liedberg und Linn Hand- und Spanndienste leisteten.Das Hochschloss blieb zwar weiterhin bewohnt, doch wurde in seine Erhaltung nichts mehr investiert, so dass es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts langsam zu einer Ruine verfiel.
1794: Das Kurfürstentum Köln wurde zerschlagen. Der linke Niederrhein wurde französische Republik, später französisches Kaiserreich von Napoleons Gnaden.
1803: Kauf des Schlosses für 4.929 Francs durch die Familie v. Pröpper. Diese bewohnte das Schloss fast 100 Jahre bis zum Aussterben des letzten Familienmitglieds.
1874: Kauf des Schlosses durch Fürst Alfred v. Salm Reifferscheidt Dyck.
1907: Ausbau und Renovierung des Schlosses durch Graf Rudolf v. Benningsen.
1930: Besitz der Landesbauernschaft Rheinland.
1937 – 1945: Hülchrath kleine Ordensburg der Nationalsozialisten. Nutzung durch verschiedene Organisationen – SA, HJ, Reichsarbeitsdienst, BDM, usw. 1947: die Anlage wird Auffanglager für rund 600 Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.
1954: Kauf der Anlage durch die Familie Wennmacher aus Mönchengladbach, in deren Besitz sie sich heute noch befindet.